Wapeldorf

36 Placken für die Besiedlung des heutigen Wapeldorf
Sieben Jück mußten reichen zur Familiennahrung
Als es im Jahre 1807 um die Aufteilung der Bekhauser Gemeinheit ging, wurde an die Bewerber eine Fläche von 262 "Jück" vergeben. (Ein Jück entspricht in etwa einem halben Hektar. Anm. d. Red.) Dazu verblieben 79 Jück für Wege, öffentliche Gewässer und für die nicht eingeteilten Placken Koppelberg und Ilkenberg, so dass im Norden nach der Wapel hin noch insgesamt 360 Jück zur Verfügung standen. Diese Gebiet, der sogenannten Überschuss, wurde einer neuen Siedlung, dem späteren Wapeldorf, zur Verfügung gestellt.
Die Einweisung erfolgte am 4. Mai 1811, und zwar nach den Richtlinien, die in Oldenburg im Jahr 1806 im Rahmen einer Gemeinheitsverteilungsordnung festgelegt worden waren. Immerhin wollte man vermeiden, dass "zu viele kleine Leute entstehen möglich, die auf ihrer Stelle Brot nicht erwerben" und ging in diesem Fall davon aus, dass eine Fläche von zehn Jück ausreichend sei.
Allerdings nahmen die Diskussionen über die erforderliche Größe der Placken auch in den folgenden Jahren kein Ende. Zunächst aber beließ man es bei verhältnismäßig kleinen Grundstücken, mußte allerdings schon wenig später erfahren, dass zehn Jück besonders dort nicht ausreichten, wo es sich bei den zugewiesenen Flächen um geringes Land handelte oder wo sich durch Torfgraben kein zusätzlicher Verdienst bot.
In Wapeldorf erhielten die eigentlichen Anbauplacken eine Größe von sechs bis sieben Jück, dazu bekam jeder der 36 Siedler noch einen Placken von drei bis vier Jück an der Wapelniederung.
Den Koppelberg schloß man von der Verteilung aus, weil die Regierung glaubte, hier einen geeigneten Platz für eine Winmühle oder eine Kirche zu haben. Allerdings hatte der Gemeindehauptkommissar schon damals seine Bedenken:" Da indessen die imaginäre hohe Aufklärung die Religiösität und Moralität verdrängt hat, so dürfte die Benutzung des Berges zum Kirchbau in einem Jahrhundert noch nicht Gegenstand einer ernsthaften Betrachtung werden..."
(Dieser Artikel wurde dem Buch "Deiche-Siele- Menschenschicksale" entnommen, einer Chronik des Entwässerungsverbandes Jade.)
(rasteder rundschau - 12. November 1995)